Hintergrundinformation:


Die LIGO-Hanford Endtestmasse wurde vom Photonenkalibrator-Strahllokalisations-Kamera-System eingefangen. Hinter der Testmasse hängt die Reaktionsmasse mit der Goldeinlegearbeit, die ein Teil des Elektrostatischen Steuerungssystems sind.


Die LIGO Hanford-Endstationen wurden im Dezember 2014 belüftet. Dies war eine Gelegenheit für die Wissenschaftler, die erste Vakuumkammer des H1-Detektors (die HAM 1) zu betreten und Modifizierungen vorzunehmen. Die HAM 1 enthält Teile des Armlängen-Stabilisierungs (ALS) Systems.


Die LIGO-Hanford Endtestmasse wurde vom Photonenkalibrator-Strahllokalisations-Kamera-System eingefangen. Hinter der Testmasse hängt die Reaktionsmasse mit der Goldeinlegearbeit, die ein Teil des Elektrostatischen Steuerungssystems sind.
Alle Bilder auf dieser Seite © Caltech/MIT LIGO Laboratory und LIGO Scientific Collaboration


Das Albert-Einstein-Institut ist ein Institut der Max-Planck-Gesellschaft mit Teilinstituten in Potsdam-Golm und Hannover. Seit seiner Gründung im Jahr 1995 hat sich das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) als international führende Forschungseinrichtung etabliert. Fünf Abteilungen und mehrere unabhängige Forschungsgruppen bearbeiten am AEI das gesamte Spektrum der Gravitationsphysik: von den gewaltigen Dimensionen des Universums bis zu den winzigen Strings. Das AEI ist die einzige Forschungseinrichtung weltweit, die all diese Felder unter einem Dach vereint. Drei der fünf Abteilungen sind Teil der LIGO Scientific Collaboration und arbeiten daran, den ersten direkten Nachweis von Gravitationswellen Realität werden zu lassen.

Gravitationswellen sind eine wichtige Vorhersage von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie. Danach erzeugen beschleunigte Bewegungen großer Massen Kräuselungen in der Raumzeit, die sich noch in großer Entfernung als winzige Abstandsänderungen zwischen Objekten nachweisen lassen. Doch selbst Gravitationswellen, die von astrophysikalischen Quellen – wie Sternexplosionen oder verschmelzenden schwarzen Löchern – erzeugt werden, verändern die Länge einer einen Kilometer langen Messstrecke nur um den Tausendstel Durchmesser eines Protons (10-18 Meter). Erst jetzt haben die Detektoren die erforderliche Empfindlichkeit erreicht, um Gravitationswellen zu messen. Die Beobachtung des bislang dunklen „gravitativen Universums“ wird ein neues Zeitalter der Astronomie einläuten. Die Kooperation umfasst interferometrische Gravitationswellen-Detektoren wie aLIGO (in den USA), GEO600 (in Deutschland) und Virgo (in Italien) sowie die geplanten Detektoren in Japan und Indien.

Advanced LIGO (aLIGO) besteht aus interferometrischen Gravitationswellen-Detektoren an zwei Standorten, einer in Hanford (Washington State, USA) und einer in Livingston (Louisiana, USA). Obwohl sie derzeit noch nicht im wissenschaftlichen Messbetrieb sind, ist ihre Empfindlichkeit bereits jetzt höher als je zuvor. aLIGOs erste abgestimmte Messkampagne wird im Herbst 2015 beginnen. Die Design-Empfindlichkeit sollte zehnmal höher liegen als die des Vorläufers initial LIGO. Dies sollte den Nachweis von mehreren Gravitationswellensignalen pro Jahr ermöglichen.

GEO600 ist ein interferometrischer Gravitationswellen-Detektor bei Hannover mit 600 Meter langen Röhren für die Laserstrahlen. Entwicklung und Betrieb wurden und werden von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik und der Leibniz Universität Hannover zusammen mit Partnern in Großbritannien durchgeführt. Die Finanzierung tragen das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Land Niedersachsen, die Max-Planck-Gesellschaft, der Science and Technology Facilities Council und die VolkswagenStiftung. GEO600 ist Teil des weltweiten Netzwerks von Gravitationswellen-Detektoren und ist derzeit der einzige Detektor, der durchgängig Messdaten aufnimmt. GEO600 ist außerdem eine Ideenschmiede für fortschrittliche Detektortechnologien wie nicht-klassisches (gequetschtes) Licht, Signal- und Leistungsüberhöhung und monolithische Aufhängungen für die Optik.

Atlas ist ein großer Computercluster am Albert-Einstein-Institut in Hannover mit enormer Rechenkraft. Atlas besteht aus mehr als 14.000 CPU- und 250.000 GPU-Rechenkernen. Dies macht Atlas zum leistungsfähigsten speziell für die Gravitationswellen-Datenanalyse gebauten Computercluster der Welt.


Kontakte:

Dr. Benjamin Knispel
Pressereferent AEI Hannover
benjamin.knispel@aei.mpg.de
+49 (0)511 762-19104

Dr. Elke Müller
Pressereferentin AEI Potsdam
elke.mueller@aei.mpg.de
+49 (0)331 567-7303

Prof. Dr. Bruce Allen
Direktor am AEI, Abteilung “Beobachtungsbasierte Relativität und Kosmologie”
bruce.allen@aei.mpg.de
+49 (0)511 762-17148

Prof. Dr. Alessandra Buonanno
Direktorin am AEI, Abteilung “Astrophysikalische und Kosmologische Relativität”
alessandra.buonanno@aei.mpg.de
+49 (0)331 567 7220

Prof. Dr. Karsten Danzmann
Direktor am AEI, Abteilung “Laserinterferometrie und Gravitationswellen-Astronomie”
karsten.danzmann@aei.mpg.de
+49 (0)511 762-2356