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Michèle Heurs auf Juniorprofessur im Exzellenzcluster QUEST berufen

Hannover, 15. Juli 2010

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Michèle Heurs auf Juniorprofessur im Exzellenzcluster QUEST berufen

Prof. Michèle Heurs, ehemalige Mitarbeiterin des Max-Planck-Instituts für  Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut / AEI), kehrt nach Hannover zurück, um am AEI  über die physikalischen Grundlagen von Rauschquellen in Laserinterferometern zu forschen.

Mit großen Laserinterferometern, wie dem vom AEI betriebenen Detektor GEO600 in Ruthe bei  Hannover, sind Wissenschaftler weltweit den von Einstein vorhergesagten Gravitationswellen auf der Spur. Eine wesentliche Störquelle, die die Messung von Gravitationswellen behindert, sind die Kontroll- und Regelsysteme des Messgeräts selbst, die ein Rauschen erzeugen. Um systematische Verbesserungen am Detektor vornehmen zu können, müssen die  Wissenschaftler diese Rauschquellen genau verstehen.

Diesem Ziel widmet sich Heurs, die nach einem zweieinhalbjährigen Forschungsaufenthalt an  der University of New South Wales in Canberra, Australien, am 15. Juli eine Juniorprofessur  an der Leibniz Universität Hannover antritt und im Rahmen des Exzellenzclusters QUEST  (Centre for Quantum Engineering and Space-Time Research) am AEI Hannover arbeiten wird. Bereits in ihrer früheren Zeit am AEI forschte die junge Wissenschaftlerin an der Stabilisierung von Lasersystemen für die Gravitationswellenforschung. Gravitationswellen –  Krümmungen der Raumzeit, die sich mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen – sind die letzte Vorhersage von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie, die noch nicht direkt experimentell überprüft werden konnte. Für den indirekten Nachweis gab es bereits 1993 den  Nobelpreis für Physik.

„Wir freuen uns sehr, Michèle Heurs für QUEST gewonnen zu haben. Sie ist nicht nur eine exzellente Wissenschaftlerin, sondern auch eine begeisterte Lehrkraft, eine echte  Bereicherung für die Vorlesungen des Fachbereichs Physik“, so Prof. Dr. Wolfgang Ertmer,  Koordinator des Exzellenzclusters.

„Eine Juniorprofessur bei QUEST ist eine wunderbare Möglichkeit für mich, weiter an einer  der spannendsten Aufgaben überhaupt zu arbeiten: der Messung von Gravitationswellen“, so  Heurs. „Mit meiner Arbeitsgruppe werde ich die Kontroll- und Regelsysteme im Detail untersuchen und dann eine Prozesskontrolle entwickeln, die die Gravitationswellendetektoren noch empfindlicher macht.“

Gravitationswellenastronomie soll Licht in den dunklen Kosmos bringen.

Mit den herkömmlichen – auf elektromagnetische Strahlung reagierenden Teleskopen – sehen  wir zwar Milliarden von Galaxien, aber dennoch sind etwa 96 Prozent des Weltalls dunkel für  uns. Mit dem direkten Nachweis von Gravitationswellen wollen die Wissenschaftler diese  dunkle Seite des Kosmos beobachten – Schwarze Löcher, Neutronensterne und andere Phänomene,  die keine elektromagnetische Strahlung aussenden und daher bislang für uns unsichtbar sind.

Die Nordsee rauscht im Datenpool

Die Messung von Gravitationswellen ist eine Herkulesaufgabe, aber eine für Kraftprotze der  besonderen Art. Die Signale der Raumzeitwellen sind so schwach, dass die Geräte, mit denen  die Wissenschaftler ihnen auf der Spur sind, extrem empfindlich sein müssen, um sie zu  messen. Das wiederum hat zur Folge, dass alle möglichen Störquellen die Messungen  behindern. So sehen die Wissenschaftler in den Daten des nahe bei Hannover in Ruthe  gelegenen Detektors GEO600 nicht nur Erdbeben, die auf der Südhalbkugel der Erde  stattfinden, sondern auch die Brandung der Nordsee. Diese winzigen Erschütterungen bringen die empfindliche Optik bereits zum Zittern und stören so die eigentlichen Messungen. Um  diese Störungen auszugleichen, verwenden die Wissenschaftler eine komplexe Mess- und  Regeltechnik, die allerdings ihrerseits wieder zur Verrauschung der Daten beiträgt. Dieses  Rauschen wird nun von Prof. Heurs genau untersucht, um dann eine optimale Prozesskontrolle zu ermöglichen.

Prof. Michèle Heurs, Jahrgang 1975, studierte Physik an der Leibniz Universität Hannover und promovierte im Dezember 2004 über die Stabilisierung von Lasern für die  Gravitationswellenforschung. Nach ihrer Promotion arbeitete sie weiter als Wissenschaftlerin am AEI in der Abteilung von Prof. Karsten Danzmann an der Physik von  Hochleistungslasern.

Im Oktober 2007 trat sie eine Postdoc-Stelle in der Forschungsgruppe von Dr. Elanor  Huntington an der University of New South Wales in Canberra (Australien) an, wo sie  insbesondere über nicht-klassische Lichtquellen forschte.

QUEST
Der Hannoveraner Exzellenzcluster QUEST (Centre for Quantum Engineering and
Space-Time- Research) wurde im Oktober 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern bewilligt. QUEST bringt sechs Institute der Leibniz Universität Hannover mit fünf weiteren Forschungszentren aus Niedersachsen zusammen, um erstklassige Forschung am Quantenlimit zu  betreiben. In den vier Bereichen Quanten Engineering, Quantensensoren, Raum- Zeit-Forschung und Neuartige Technologien werden zunächst bis 2012 rund 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Verfeinerung heute schon verfügbarer und zukünftiger Quantentechnologien arbeiten.


Weitere Informationen und Bildmaterial:

Prof. Dr. Michèle Heurs, E-Mail: michele.heurs@aei.mpg.de

Dr. Felicitas Mokler, Pressesprecherin des AEI, Tel.: 0511 – 762 17098,
E-Mail: felicitas.mokler@aei.mpg.de

Dr. Stefan Pfalz, Geschäftsführer von QUEST, Tel.: 511 762 17240,
E-Mail: stefan.pfalz@quest.uni-hannover.de

Susanne Milde, Milde Marketing Wissenschaftskommunikation, Tel.: 0331 – 583 93 55,
E-Mail: milde@mildemarketing.de

http://www.questhannover.de

http://www.aei-hannover.de
 

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Prof. Dr. Michele Heurs
Credit: AEI/N.Michalke

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